Disclaimer

BISMILLAHI-R-RAHMANI-R-RAHIM

Dieser Blog versteht sich als ein rein islamischer Blog, was bedeutet, dass sämtliche Beiträge sich thematisch im Bereich des islamischen Rechts- und Glaubensverständnisses bewegen. Hierbei ist es unumgänglich, dass gewisse Gesetzmäßigkeiten und Praktiken eines islamischen Staates mit islamischer Gesetzgebung Erwähnung finden, die im Widerspruch zur hiesigen verfassungsmäßigen Ordnung stehen. Die Darstellung solcher Inhalte ist keinesfalls als Aufruf zur Umsetzung zu verstehen, sondern dient lediglich zur Information und zur Aufklärung über die Realitäten islamischer Rechts- und Glaubenspraxis.

Der Administrator dieses Blogs vertritt offen die Meinung, dass Muslime, die sich freiwillig mit einem offiziellen Status (Staatsbürgerschaft, Aufenthaltstitel, Visum usw) im Darul-Kufr (nichtislamischen Land) aufhalten, nicht den hiesigen (auch menschengemachten) Gesetzen zuwiderhandeln dürfen.

Sollte sich die Lage im Darul-Kufr dahingehend verschlechtern, dass der Aufenthalt zwingend dazu führt, dass der Muslim gegen seine eigenen, islamischen Gesetze verstoßen muss, dann ist er eher dazu angehalten das Land zu verlassen, statt gegen die dortigen ungerechten Gesetze zu verstoßen.

 

Impressum

Ein Gedanke zu „Disclaimer

  1. Sehr geehrter Herr Ranft,

    ich bin gerade bei meiner Recherche nach deutschsprachigen Informationsseiten auf Ihren Blog gestoßen und konnte schnell Gefallen finden an Ihrem ehrlichen und gut recherchierten Schreibstil. Ich beschäftige mich (wenn ich denn mal Zeit habe) auch gerne mit dem Koran und der Frage, wie ich ihre Inhalte in der heutigen Zeit und vor allem gemeinsam im Zusammenleben mit Nichtmuslimen in Deutschland am besten anwende.

    Dabei versuche ich (wie man es eben in Deutschland in guten Schulen lernt) mit aufklärerischem Blickwinkel – das heißt mit kritischem Hinterfragen – an alles heran zu gehen. Es gibt viele Themen, die mich beschäftigen. Ein aus meiner Sicht besonders problematisches Thema ist jedoch die Anwendung der arabischen Sprache durch nicht-arabischsprachige Muslime. Mich würde Ihre Meinung zu diesem Thema interessieren und natürlich würde ich mich am meisten freuen, wenn Sie Ihre Gedanken auch öffentlich über Ihren Blog äußern würden, wodurch mehr Leute sich durch Lesen und Kommentieren am Diskurs beteiligen könnten und das Thema mehr in den Mittelpunkt rücken könnte.

    Die islamische Erziehung in westlichen Ländern

    Ich möchte Ihnen kurz das Problem schildern, das ich sehe:
    Ich bin als Sohn zweier türkischstämmiger Muslime aufgewachsen und wurde wie viele andere auch durch meine Eltern und den Moschee-Unterricht bzgl. des Islam erzogen. Dabei war das Lesen des arabischen Textes im Koran ein integraler Bestandteil dieser Erziehung. Ich kann also das Arabisch im Koran lesen (wenn auch nur mit Mühen), verstehen tue ich es jedoch nicht. Zusätzlich mussten wir viele Gebete, davon viele aus dem Koran, manche auch aus anderen Quellen auswendig lernen – erneut, auf Arabisch und ohne Kenntnis der Bedeutung. Die wurde uns bei einem guten Lehrer durchaus einmal erklärt, aber merken konnten wir uns das natürlich nicht, denn die Bedeutung war nie der wichtige Part, es war immer der arabische Wortlaut, der viele male wiederholt wurde, bis er irgendwann eingetrichtert war.

    Und hier liegt im Grunde schon das Problem: Die Konzentration auf den arabischen Wortlaut anstatt auf die Bedeutung dieses Wortlauts. Ich sehe viele Menschen, die sich selbst als Muslime sehen und auch mehr oder weniger regelmäßig das Gebet verrichten. Doch tun sie all dies stets auf Arabisch und an ihrem Handeln erkenne ich oft, dass sie viele Dinge tun, die sie auch noch für „von Gott gewollt“ oder „religiös“ halten, was jedoch eigentlich im Koran entweder nie erwähnt wird oder manchmal sogar explizit unerwünscht ist. Ich möchte kein Beispiel nennen, damit die Diskussion nicht daran aufhängen kann.

    Arabische Sprache wichtiger als die Botschaft des Koran

    Jedoch bin ich nach langer Zeit der Beobachtung zu dem Schluss gekommen, dass das Hauptproblem der im Westen lebenden Muslime die Tatsache ist, dass man der arabischen Sprache zu viel Bedeutung zukommen lässt. Anstatt dass man auf Koran-Lesungen bei diversen Veranstaltungen die Bedeutung des Textes liest, wird die arabische Originalsprache vorgelesen, die meist nur 1-2 % der Anwesenden überhaupt in Teilen verstehen. Das regelmäßige Gebet, was eigentlich vom Koran dafür vorgesehen ist, dass man sich Gottes Rechtleitung erinnert, wird ebenfalls auf Arabisch verrichtet. Dadurch kommt die Hauptfunktion des Gebets abhanden. Übrig bleibt nur ein spirituelles Ritual mit gesungenem Arabisch. Manche sprechen von der „Mystifizierung der arabischen Sprache im Islam“, ich finde sie haben Recht.

    Ich glaube, dass die islamische Erziehung in westlichen Ländern uns an eine mystifizierte arabische Sprache gewöhnt und das Zuhören einer arabischen Koran-Passage zu einem religiösen Akt verklärt. Und ich glaube auch, dass die Zeit, die mit dem Zuhören des arabischen Textes vergeht bei vielen dafür sorgt, sich nicht weiter mit der Bedeutung des Koran-Textes zu beschäftigen. Einerseits, weil sie bereits das Gefühl haben, den Text gehört zu haben (sogar in ihrer Originalsprache!) und somit ihrer Pflicht, den Koran zu lesen nachgekommen sind. Andererseits weil in der heutigen schnelllebigen Zeit nicht mehr viel Zeit bleibt, außer bei sozialen Veranstaltungen mit islamischen Ritualen sich noch weiter mit dem Koran zu beschäftigen.

    Aus diesen Gründen wage ich die These, dass über 90% der Menschen in westlichen Ländern, die sich als Muslime bezeichnen würden – insbesondere solcher, die das tägliche Gebet regelmäßig verrichten – eigentlich nur eine Scheinreligion leben und den Kern des Islam nicht verstanden haben. Meine Begründung hierfür ist, dass sie den Koran nie in einer Sprache gelesen oder gehört haben, die sie auch verstehen und dadurch nur das leben können, was ihnen von Dritten (Familie, Freunden) als Religion verkauft wird. Und deren Wissen ist wiederum sehr verfälscht, weil auch sie nie den Koran gelesen haben.

    Übersetzungen statt Arabisch

    Ich würde mir also folgendes wünschen:

    – In Moscheen sollten Kinder ausschließlich Übersetzungen des Koran lesen und auswendig lernen.
    – Kinder sollten dazu erzogen werden, mehrere Übersetzungen miteinander zu vergleichen und auf Erläuterungen Acht zu geben.
    – Auf sozialen Veranstaltungen sollte bei islamischen Ritualen aus einer Koran-Übersetzung zitiert werden, die alle verstehen.
    – Das Gebet sollte in einer Sprache gebetet werden, die man versteht.
    – Bei gemeinsamen Gebeten sollte der Vorbeter laut in einer Sprache beten, die jeder versteht. In deutschen Moscheen etwa auf Deutsch.

    Es ist klar, dass solche Änderungen lange Zeit bedürfen und dass viele Detail-Fragen geklärt werden müssen. Aber aktuell sind wir noch nicht einmal beim Punkt der Einsicht angelangt. Ich habe etwa angefangen auf Deutsch zu beten und dies meiner Familie erklärt. Sie zeigten jedoch nur Unverständnis und bringen immer wieder das Argument „aber wenn das richtig wäre, dann würden es doch alle so machen – warum macht es außer dir niemand?“. Das bringt mich zurück zu Immanuel Kant und seiner Aufklärung, wo es heißt:

    Aufklärung ist der Ausgang des Menschen aus seiner selbstverschuldeten Unmündigkeit. Unmündigkeit ist das Unvermögen, sich seines Verstandes ohne Leitung eines anderen zu bedienen. Selbstverschuldet ist diese Unmündigkeit, wenn die Ursache derselben nicht am Mangel des Verstandes, sondern der Entschließung und des Mutes liegt, sich seiner ohne Leitung eines anderen zu bedienen. Sapere aude! Habe Muth, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen! ist also der Wahlspruch der Aufklärung.

    App zum Beten auf Deutsch (/ Türkisch / Englisch)

    Da ich selbst anfangs Schwierigkeiten hatte beim Beten auf Deutsch, da ich ja bislang auf Arabisch gebetet hatte, habe ich mir für die Übergangszeit, bis ich es auch auf Deutsch auswendig aufsagen kann eine App geschrieben (ich bin von Beruf App-Entwickler) für mein iPad, welches mich bei Gebet begleitet und passend zum Ablauf eines Gebets die richtigen Texte anzeigt. Sie funktioniert auch auf iPhones recht gut. Ich habe die App hier (https://itunes.apple.com/de/app/gebet-auf-deutsch/id1217136884?mt=8) kostenlos im App Store gestellt.

    Falls Sie meine Ansichten nachvollziehen könnten und es wenigstens mal probieren möchten, auf Deutsch (oder Türkisch oder Englisch) zu beten, dann würde ich mich freuen, wenn Sie die App ausprobieren würden. Über Feedback freue ich mich immer! Falls es zu einem Blog-Artikel kommt, freue ich mich natürlich auch, wenn Sie dort die App verbreiten würden – dass ich keinerlei kommerzielle Absichten hege erkennen Sie daran, dass ich den Quellcode unter einer Open Source Lizenz hier (https://github.com/Flinesoft/Prayer) frei zur Verfügung gestellt habe.

    Ich entschuldige die Länge der Nachricht und freue mich auf Ihre Antwort.

    Viele Grüße aus Karlsruhe

    Cihat Gündüz

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