al-Qaradawi: Beziehungen zu Nichtmuslimen

BISMILLAH-IR-RAHMAN-IR-RAHIM

 

Mit Sheikh Yusuf al-Qaradawi bemühen wir mal einen zeitgenössischen Gelehrten. In seinem Buch Al-halal wal-haram fil-islam (Erlaubtes und Verbotenes im Islam) befasst er sich mit dem Thema Beziehungen zu Nichtmuslimen und nimmt damit unweigerlich Bezug auf das Prinzip von Al-wara wal-bara.

 

Beziehungen mit Nichtmuslimen

Wenn wir die islamischen Lehren über die Beziehungen mit Nichtmuslimen im Zusammenhang mit halal und haram zusammenfassen wollen, stellen wir fest, daß die beiden folgenden Koranverse ausreichen, weil sie umfassende Richtlinien hierüber enthalten. Allah der Erhabene spricht:

Allah verbietet euch nicht, gegen die, die nicht in Sachen des Glaubens gegen euch gekämpft oder euch aus euren Häusern vertrieben haben, gütig und gerecht zu sein. Siehe, Allah liebt die gerecht Handelnden. Allah verbietet euch nur mit denen, die euch in Sachen des Glaubens bekämpft und euch aus euren Wohnungen vertrieben und bei eurer Vertreibung geholfen haben, Freundschaft zu schließen. Und wer mit ihnen Freundschaft schließt, das sind die Ungerechten. (60:8-9)
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Die Adala der Sahaba

BISMILLAH-IR-RAHMAN-IR-RAHIM


 

Auch in den Hadithwissenschaften ist die Adala (Gerechtigkeit/Rechtschaffenheit) der Überlieferer von allerhöchster Bedeutung. Im folgenden ein kurzer Artikel zur Adala der Sahaba:

Die Adala der Sahaba in der Hadithwissenschaft

Mit Adāla ist die Rechtschaffenheit und Unbescholtenheit einer Person gemeint. Das Adjektiv hiefür lautet „’adl“.
Die Mehrheit der Gelehrten ist sich darüber einig, dass alle Sahāba ohne Ausnahme rechtschaffen (‚adl) sind, was durch den Qur‘ān und die Sunna des Gesandten – Allahs Segen und Friede auf ihm – bestätigt wird.
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Ibn Taymiyya: Gerechtigkeit (Adalat) und Ungerechtigkeit (Dhulm)

BISMILLAH-IR-RAHMAN-IR-RAHIM


Als erstes möchte ich euch ein Kapitel aus dem Buch Al-amr bi’l ma’ruf wa n-nahy ‚an al-munkar von Imam ibn Taymiyya -rahimahullah- bereitstellen.
Es lautet:


Gerechtigkeit (Adalat) und Ungerechtigkeit (Dhulm)

Die Tätigkeiten der Menschen auf der Erde bleiben mit Gerechtigkeit, auch wenn diese mit Sünden einhergehen, eher korrekt, als mit Ungerechtigkeit, auch wenn diese von Sünden frei sind. Aus diesem Grund sagt man:
„Allah lässt den gerechten Staat, auch wenn er ungläubig ist, überleben, aber den ungerechten Staat, auch wenn er gläubig ist, nicht überleben.“
Und genauso sagt man:
„Die Erde bleibt mit Gerechtigkeit und Kufr (Unglaube) bestehen, aber bleibt nicht bestehen mit Ungerechtigkeit und Islam.“

Rasulullah (s) hat gesagt:
„Es gibt keine Sünde, die noch schneller bestraft wird als Auflehnung (Rebellion, Ungerechtigkeit) und den Kontakt zu den Verwandten abzubrechen.“
(Ibn Maja, Zuhd 23; Abu Dawud, Adab 43)

Der Ungerechte wird, auch wenn ihm im Jenseits vergeben wird, auf der Erde bestraft. Denn die Gerechtigkeit ist die Grundlage von allem. Irdische Taten, die mit Gerechtigkeit ausgeführt werden, sind beständig, auch wenn denjenigen, der sie tut, im Jenseits kein Gewinn erwartet, wenn sie aber ohne Gerechtigkeit ausgeführt werden, sind sie unbeständig, auch wenn derjenige, der sie tut soviel Iman besitzt, dass er für ihn im Jenseits ausreichend sein wird. Der Trieb gegen andere Menschen ungerecht zu sein, indem nach Überlegenheit gestrebt wird, missgönnt und Rechte anderer missbraucht werden, ist in der Natur des Menschen gegeben. Außerdem besitzt er den Trieb, niedere Neigungen, wie Zina oder das Essen von religiös abscheulich gesehenen Sachen, auszuführen und somit ungerecht zu sich selber zu sein. Somit kann er zu einem, der zu sich selber nicht ungerecht ist, zum machen, und kann einen anderen, der selber nicht seinen niederen Neigungen nachgibt, zu diesen verführen. Denn wenn er sieht, dass die anderen ungerecht sind und ihre Gelüste in die Tat umsetzen, wird bei ihm die Lust, und mit dieser der Drang zur Ungerechtigkeit (Dhulm), in gewaltiger Weisezunehmen.
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Kurze Einleitung zur Kategorie „Das Lieben und das Hassen für Allah“

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Wir möchten uns in dieser Kategorie mit einem sehr wichtigen und häufig falsch verstandenen Thema befassen.

الولاء و البراء
Al-Wala wa al-Bara
Das Lieben und das Hassen für ALLAH
Für praktizierende Muslime ist dieses Prinzip bekannt und sollte fester und regelnder Bestandteil des Umganges mit seinen Mitmenschen sein. Für Nichtmuslime jedoch scheint dieses Prinzip eher befremdlich zu sein. Gerade im Bezug auf den Hass bekommt man von ihnen häufig Reaktionen der Verwunderung bis hin zu purem Entsetzen. Dabei ist dieses Prinzip der Liebe und des Hasses schon immer ein fester Bestandteil der abrahamitischen Religion gewesen. Aspekte dieses Prinzipes finden wir sogar heute noch in den Büchern der Juden und Christen. Gerade bei den Christen der heutigen Zeit scheint das Wort Hass im religiösen Zusammenhang ein Unding zu sein. “Jesus ist Liebe” kann man sehr oft vernehmen und “Liebe deinen Nächsten” scheint das einzige Prinzip des Christentums zu sein. Aber das ist falsch. Sogar heute noch finden wir in der Bibel worte des Hasses. den hass der menschen…ein verabscheuen für Gott und auch einen hassenden Gott.

Allah-swt- hasst hier die Greueltaten der Götzendiener:

Du sollst nicht also dem HERRN, deinem Gott, tun; denn sie haben ihren Göttern getan alles, was dem HERRN ein Greuel ist und was er hasst, denn sie haben auch ihre Söhne und Töchter mit Feuer verbrannt ihren Göttern. (5. Mose 12,31)

Hier der Befehl zum Hassen für den Gläubigen:

Der HERR prüft den Gerechten; seine Seele hasst den Gottlosen und die gerne freveln. (Psalmen 11,5)

Ein Ungeduldiger handelt töricht; aber ein Bedächtiger hasst es. (Sprüche 14,17)

Und Jesus -as- soll laut Bibel folgendes gesagt haben:

So jemand zu mir kommt und hasst nicht seinen Vater, Mutter, Weib, Kinder, Brüder, Schwestern, auch dazu sein eigen Leben, der kann nicht mein Jünger sein. (Lukas 14,26)

Das muss ausreichen als Beweis für die Existenz des Prinzipes Hass in der Bibel.

Den Ursprung dieses Prinzipes im Quran finden wir in der 5. Sure (al-Ma´ida) Aya 51:

Oh ihr, die ihr glaubt! Nehmt euch die Juden und die Christen nicht als Wali. Die einen von ihnen sind Wali der anderen. Und wer von euch sie als Wali nimmt, der gehört doch zu ihnen. Gewiß, ALLAH leitet die unrechtbegehende Gemeinschaft nicht recht.

Aber eines müssen wir hier deutlich erwähnen:
Wenn wir Muslime vom religiösen Prinzip der Liebe und des Hasses für ALLAH -swt- reden, dann ist damit nicht die gewöhnliche Liebe und der gewöhnliche Hass gemeint. Dieses sind aussschließlich Emotionen die unseren Neigungen entspringen und nicht bewußt erzeugt werden. Es sind Emotionen die den Verstand beeinträchtigen und uns ins Verderben stürzen können wenn wir ihnen freien Lauf lassen.

Die Liebe und der Hass für ALLAH-swt- jedoch sind Taten die dem Verstand entspringen und einen Nutzen haben für den Muslim, im diesseitigen Leben und für das jenseitige Leben -inscha´Allah-.

Zudem muss man den Ursprung und die wahre Wortbedeutung in Betracht ziehen um das Prinzip zu verstehen. Denn wortwörtlich übersetzt bedeutet al-wala ungefähr das gleiche wie Loyalität, Ergebenheit, Treue, Freundschaft, Unterstützung, Allianz oder (Schutz-)Bündnis und al-bara ist eben die Ablehnung von al-wala und bedeutet wortwörtlich ungefähr Verleugnung, Meidung, Lossagung, Freisprechung, Befreiung oder Fernbleiben.
Die Gelehrten des Islam haben unter Einbeziehung der Sunnah und der Kategorien des Fiqh ein Prinzip aus diesen beiden Begriffen erarbeitet, welches heute im übertragenden Sinne als Die Liebe und der Hass für Allah-swt- zu bezeichnen ist.

Weil dieses Prinzip derart wichtig ist, haben sich auch viele Gelehrte damit befasst und es ist nicht ausgeblieben, dass es auch in dieser Hinsicht unter den ihnen Unterschiede in der Meinung und der Auslegung gab. Zum einen hatte natürlich die Epoche eines Gelehrten einen großen Einfluß auf sein Urteil, wie auch das Umfeld in dem sich ein Gelehrter befand. Leider muß man heutzutage beobachten, dass viele (gerade jüngere) praktizierende Muslime sich häufig an die rigideren und härteren Urteile halten und somit eine starke Neigung zum Hass entwickeln. Vielleicht eine Art Trotz-Mentalität, als Resultat auf die steigenden Angriffe auf den Islam, den Propheten-sas- und die islamische Welt, die um sich greift und Tugenden wie die Liebe und Barmherzigkeit als völlig nebensächlich zu betrachten scheint. Ich möchte in dieser Kategorie, nach und nach, verschiedene Sichtweisen auf das Prinzip der Liebe und des Hasses für ALLAH-swt- ermöglichen und werde dazu -inscha´Allah- die Aussagen und Schriften einiger großer islamischer denker und gelehrter dazu bemühen.

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Kurze Einleitung zur Kategorie „Die Pflichten des Muslims“

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Ein Muslim, ein gottergebener Mensch, hat vielerlei Pflichten. die bekanntesten Pflichten sind sicherlich die 5 Säulen des Islams:

  1. das islamische Glaubensbekenntnis / asch-schahada
  2. die fünf täglichen Gebete zu ihrer festgesetzten Zeit / as-salah
  3. die Abgabe der Almosensteuer / az-zakah
  4. das Fasten im heiligen Monat Ramadan / as-saum ramadan
  5. die Verrichtung der Pilgerfahrt nach Mekka / al-hajj

Allerdings ist das nicht alles. Dem Muslim wurden darüber hinaus weitere Pflichten auferlegt. Eine sehr wichtige Pflicht ist z.B. das Erlangen von Wissen über die Pflichten im Islam.
Diese Kategorie soll sich dieser Pflicht widmen und aus Werken von Gelehrten, Lehrern und Predigern Texte zur Verfügung stellen, die sich mit den Pflichten des Muslims befassen.

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